Der junge spanische Regisseur Sebastián, idealistisch und filmbesessen, will den großen, wahrhaftigen Film über Kolumbus drehen: nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung eines Kontinents, die Gier nach Gold, die Ermordung und Versklavung der indianischen Bevölkerung, ihren Widerstand.
Weil das Budget äußerst knapp ist, hat Sebastiáns Produzent Costa das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Das liegt zwar in den Anden, weit entfernt von der Karibik, dem historischen Ankunftsort von Kolumbus. Aber die Produktionskosten sind äußerst günstig, sogar die Gagen der indianischen Statisten für die spektakulären Massenszenen kann man sich hier leisten.
Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Die Wasserversorgung der Region wurde an einen internationalen Konzern verkauft, der nach rigorosen Preiserhöhungen nun sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt hat. Die Proteste der lokalen Bevölkerung eskalieren zum offenen Aufstand.
Die spanische Filmcrew um Sebastián und Costa kann den aktuellen Konflikten nicht ausweichen: Ausgerechnet ihr indianischer Hauptdarsteller Daniel ist einer der Anführer des Wasseraufstands.
Website zum Film: http://www.und-dann-der-regen.de
Filmstart: 29. Dezember 2011 !
UND DANN DER REGEN – TAMBIÉN LA LLUVIA, der neue Film von Icíar Bollaín (Blumen aus einer anderen Welt; Öffne meine Augen) nach dem Drehbuch von Ken Loachs langjährigem Autor Paul Laverty (My Name Is Joe; Sweet Sixteen; The Wind That Shakes The Barley; Looking For Eric) erzählt, wie die Regisseurin sagt, „vom Widerstand und der Freundschaft, von einem Abenteuer, das die Protagonisten beginnen, ohne zu wissen, wohin es sie führen wird – und das die Vergangenheit in die Gegenwart holt.“
Der Film verbindet die Ankunft von Kolumbus in der Neuen Welt mit der Landung eines spanischen Filmteams in Bolivien; die Gier nach Gold der spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert, den Aufstand des Taino-Häuptlings Hatuey und den Kampf der Priester las Casas und Montesinos mit dem Wasseraufstand von Cochabamba aus dem Jahr 2000 – eine Geschichte, die den Bogen von der Fiktion eines historischen Epos zu den Dreharbeiten in einer bolivianischen Kleinstadt und zur Wirklichkeit derer schlägt, denen noch das Recht verwehrt wird, Regenwasser aufzufangen.
UND DANN DER REGEN – TAMBIÉN LA LLUVIA wurde Ende 2009 in Cochabamba und Umgebung gedreht. In den Hauptrollen spielen Gael García Bernal (Amores Perros, Mala Educación, Babel), Luis Tosar (Montags in der Sonne – Los lunes al sol, Öffne meine Augen) und Karra Elejalde (Das Rote Eichhörnchen – La Ardilla Roja, Biutiful) sowie der bolivianische Newcomer Juan Carlos Aduviri in der Doppelrolle Daniel/Hatuey. Der Film wurde unter anderem mit dem Panorama-Publikumspreis der Berlinale 2011, den Publikumspreisen des Festival du Film Européen Arcs und des Fünf-Seen-Festivals Starnberg, dem Spanischen Filmpreis Goya für Karra Elejalde (beste Nebenrolle), dem Mexikanischen Filmpreis Ariel als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet und war die spanische Nominierung zum Auslandsoscar 2011.
quitoberlin freut sich auf den Film!
